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Wie lang darf ein DOOH-Spot sein? Loop, Slot und die 6-Sekunden-Regel

Veröffentlicht · 4 Min. Lesezeit

Ein Spot, der im Agentur-Meeting alle begeistert, läuft auf dem Screen am Bahnhof anders ab. Dort teilt er sich die Fläche mit fünf bis zehn anderen Motiven, bekommt seinen Platz im Loop und ist nach wenigen Sekunden wieder weg. Wer das beim Bauen nicht mitdenkt, zeigt draußen ein Fragment.

Die Regeln dafür sind überschaubar. Wichtig ist nur, dass Sie sie vor der Freigabe anwenden. Danach kostet jede Korrektur eine Nachproduktion.

1. Slot und Loop geben den Rahmen vor

Eine digitale Fläche spielt Motive nacheinander ab. Die Zeit, die ein einzelnes Motiv bekommt, heißt Slot. Die Zeit, bis dasselbe Motiv wiederkommt, heißt Loop. Ein typischer Loop dauert eine bis zwei Minuten, ein Slot darin meist sechs bis zehn Sekunden. In Malls oder an Bahnsteigen, wo Menschen stehen und warten, sind Slots oft länger. An der Straße, wo sie vorbeifahren, sind sie kürzer.

Der Slot ist die harte Grenze. Ist ein Spot länger, wird er abgeschnitten oder gar nicht erst angenommen. Ist er kürzer, verschenkt er bezahlte Zeit.

Test in 30 Sekunden: Vor dem Bauen die Slot-Länge beim Vermarkter erfragen und in den Dateinamen schreiben. Das klingt banal, verhindert aber die häufigste Nachproduktion.

2. Die Botschaft gehört in die erste Hälfte

Kaum jemand sieht einen DOOH-Spot von Anfang bis Ende. Der Passant blickt irgendwann hin, meist mitten im Spot, und schaut nach zwei bis drei Sekunden wieder weg. Wer Absender oder Angebot erst in Sekunde acht zeigt, erreicht nur die wenigen, die zufällig ab Sekunde eins hinsehen.

Marke, Angebot und Bildidee sollten deshalb spätestens zur Hälfte des Spots sichtbar sein und dann stehen bleiben. Danach darf der Spot variieren. Wichtiges sollte er aber nicht mehr nachliefern.

Test in 30 Sekunden: Den Spot auf der digitalen Fläche laufen lassen und bei der Hälfte anhalten. Ist auf dem Standbild klar, wer wirbt und wofür? Wenn nicht, ist die Dramaturgie zu langsam.

3. Sechs Sekunden sind kein gekürzter Zehner

Ein häufiger Fehler: Der Zehn-Sekunden-Spot wird für die Sechs-Sekunden-Fläche schneller abgespielt oder vorn und hinten beschnitten. Beides funktioniert selten. Zu schnell geschnittene Bilder liest aus zwanzig Metern niemand, und ein beschnittener Spot verliert oft genau die Einstellung mit dem Logo.

Besser ist ein eigener Sechser mit einem Bild, einer Textzeile und dem Absender. Ein Motivwechsel reicht, zwei sind die Obergrenze. So wirkt der Spot auf der Fläche ruhiger und bleibt eher hängen.

Test in 30 Sekunden: Beide Fassungen nebeneinander auf dieselbe Fläche legen und mit dem Handy in der Hand betrachten. Welche verstehen Sie beim ersten Hinsehen?

4. Das Bild darf sich bewegen, der Text nicht

Bewegung zieht den Blick an, das ist der große Vorteil digitaler Flächen gegenüber Papier. Bewegt sich aber der Text mit, wird er unlesbar. Ein Claim, der gerade ins Bild fliegt, während der Passant hinschaut, ist für ihn ein Wischen ohne Inhalt.

Bewährt hat sich eine klare Aufteilung: Das Bild bewegt sich, der Text steht. Alternativ baut sich der Text in der ersten Sekunde auf und bleibt danach stehen. Beides gibt dem Auge Zeit.

Test in 30 Sekunden: Den Spot auf der Fläche ansehen und versuchen, den Text laut vorzulesen, während er läuft. Wenn Sie dabei stolpern, stolpert auch der Passant.

5. Der Spot läuft nicht allein

Im Loop kommt Ihr Motiv nach einem anderen und vor einem dritten. Arbeiten alle drei mit weißem Hintergrund und roter Schrift, verschwimmen sie zu einem einzigen Bild. Beginnt Ihr Spot dunkel und endet der Vorgänger dunkel, sieht der Passant für einen Moment einen schwarzen Screen und blickt weg.

Den Loop können Sie nicht steuern. Sie können aber dafür sorgen, dass Ihr Spot in der ersten Sekunde klar als neues Motiv erkennbar ist. Dafür reichen ein deutlicher Farbwechsel und ein entschiedener Bildaufbau. Ein langsames Einblenden aus Schwarz sollten Sie vermeiden.

Test in 30 Sekunden: Den Spot in der Vorschau direkt hinter einem beliebigen anderen Motiv starten. Merken Sie den Wechsel sofort?

6. Ton gibt es nicht, Untertitel auch nicht

Fast alle DOOH-Flächen laufen stumm. Ein Spot aus dem TV verliert damit Sprecher, Musik und oft auch die Pointe. Was bleibt, muss allein über das Bild funktionieren. Eine Zeile Text kann den Sprecher ersetzen, wenn sie groß genug ist, um aus der Entfernung gelesen zu werden.

Test in 30 Sekunden: Den Spot ohne Ton ansehen und die Vorschau auf Handygröße verkleinern. Verstehen Sie noch, worum es geht?

Warum das vor der Freigabe geht

Für alle sechs Prüfungen brauchen Sie den Spot auf der Fläche, in ihrer Größe und in ihrem Umfeld. Dazu kommt die Möglichkeit, schnell eine Variante dagegenzuhalten. Ein Mockup-PDF kann das nicht leisten. Es zeigt ein Standbild, und für jede Variante beginnt die Runde von vorn.

In einer Live-Simulation laden Sie den Spot hoch, wählen die Fläche und sehen ihn laufen. Slot prüfen, bei der Hälfte anhalten, zwei Fassungen vergleichen und aus der Entfernung draufschauen dauert zusammen wenige Minuten, noch bevor die Datei zum Vermarkter geht. Am Ende haben Sie einen Export, den Sie so in die Freigabe geben können.

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