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Kreativsimulator selbst bauen oder einkaufen?

Veröffentlicht · 3 Min. Lesezeit

Früher oder später stellt sich fast jeder größere Außenwerbe-Vermarkter dieselbe Frage. Die Kunden sollen ihr Motiv auf unseren Flächen sehen, bevor sie buchen. Bauen wir das Werkzeug dafür selbst, oder kaufen wir es ein?

Wir verkaufen so ein Werkzeug, das sei vorweg gesagt. Trotzdem raten wir nicht jedem zum Einkauf. Die Frage wirkt wie eine Budgetentscheidung. Entschieden wird sie aber meist an einer anderen Stelle: bei dem, was der Simulator im Alltag leisten muss. Genau das wird am Anfang fast immer unterschätzt.

Was ein Kreativsimulator leisten muss

Ein Kreativsimulator legt ein Motiv auf eine echte Werbefläche und zeigt, wie es in ihrer Umgebung wirkt. Das klingt nach Bildmontage. Den Unterschied machen vier Anforderungen aus.

  1. Perspektive. Eine Plakatwand steht selten frontal zur Kamera. Das Motiv muss mit derselben Neigung und Verzerrung in der Fläche sitzen, die sie im Bild hat. Flach aufgelegt erkennt jeder sofort die Montage.
  2. Bewegung. Digitale Flächen laufen im Loop. Ein Standbild verrät nicht, ob die Botschaft in der verfügbaren Zeit ankommt.
  3. Bestand. Ein Vermarkter hat Hunderte Flächen, und jede braucht Material, Maske und Metadaten. Diese Arbeit hört mit dem Start nicht auf, sie läuft jeden Monat weiter.
  4. Tempo. Ihren Nutzen hat die Vorschau im Kundengespräch. Wer dort zehn Minuten auf sie wartet, zeigt sie beim nächsten Termin nicht mehr.

Ein Werkzeug, das nur die Perspektive beherrscht, reicht für eine Demo. Im Vertrieb trägt es erst, wenn alle vier Punkte gelöst sind.

Wo Eigenentwicklungen hängen bleiben

Perspektive lässt sich nicht als Filter nachrüsten

Der erste Prototyp nimmt ein Foto, schneidet die Fläche frei und legt das Motiv per CSS-Transformation darüber. Für dieses eine Foto sieht das gut aus. Mit der zweiten Fläche beginnt die Handarbeit, und sie hört nicht mehr auf.

Video ist ein eigenes Projekt

Ein Standbild zu erzeugen ist überschaubar. Ein Motiv über mehrere Sekunden framegenau auf einer gefilmten Fläche zu halten und daraus eine Datei zum Herunterladen zu machen, ist deutlich mehr Arbeit. An dieser Stelle hören die meisten Eigenentwicklungen auf. Oder sie werden, ohne dass es jemand beschlossen hat, zu einem Rendering-Projekt.

Der Flächenbestand kostet die meiste Zeit

Die Software ist irgendwann fertig, das Einpflegen neuer Flächen nie. Wer es nicht von Anfang an als festen Ablauf plant, hat nach einem Jahr ein Werkzeug mit zwanzig Flächen und eine lange Warteliste.

Es muss auf einem normalen Laptop laufen

Der Simulator läuft im Besprechungsraum des Kunden, auf dessen Laptop. Eine Grafik-Workstation steht dort nicht. Das schließt viele naheliegende technische Wege von vornherein aus.

Was in die Rechnung gehört

Entwicklungstage sind nur ein Teil davon. Eine ehrliche Gegenüberstellung sieht eher so aus:

Position Eigenentwicklung Einkauf
Erstentwicklung mehrere Personenmonate entfällt
Flächen einpflegen eigener Prozess nötig Teil des Onboardings
Video-Export eigenes Rendering-Thema enthalten
Wartung, Browser-Updates dauerhaft beim Anbieter
Zeit bis produktiv Monate Wochen
Eigenes Branding selbstverständlich über White-Label

Am häufigsten fehlt in solchen Rechnungen die Wartung. Ein Simulator wird nie fertig. Er läuft in Browsern, die sich jedes Jahr ändern, und zeigt einen Bestand, der sich jeden Monat ändert.

Wo White-Label die Rechnung verschiebt

Wenn Vermarkter selbst bauen wollen, geht es selten um Technik. Meist geht es um die Marke: Man möchte seinen Kunden kein fremdes Logo zeigen. Das verstehen wir gut. Der Simulator taucht im Kundentermin auf, im Angebot und im Standortgespräch.

Deshalb ist White-Label bei dieser Art Werkzeug der Normalfall. Sie bekommen Ihr eigenes Design, Ihre eigene Domain und Ihren eigenen Flächenbestand, je Mandant getrennt. Damit fällt das stärkste Argument für den Eigenbau weg. Übrig bleibt die nüchterne Frage, wie viel Zeit und laufenden Aufwand Sie in das Werkzeug stecken wollen.

Wann wir zum Eigenbau raten

Ist der Simulator selbst Ihr Produkt und haben Sie ein Team, das ihn über Jahre betreibt, bauen Sie selbst. Brauchen Sie ihn für den Vertrieb, kaufen Sie ein. Dann zählt vor allem, wie schnell er mit Ihren Flächen und Ihrem Logo im nächsten Kundentermin läuft.

Wenn Sie zwischen beiden Wegen schwanken, rechnen wir das gern mit Ihnen an Ihrem eigenen Bestand durch.

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